Rallye der E-Pioniere | Volkswagen Blog

Rallye der E-Pioniere

Feb 16, 2018 | E-Mobility, Events

Dominique Z.

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Die Wave Trophy ist die grösste Elektro-Rallye der Welt und führte dieses Jahr entlang der «Grand Tour of Switzerland». Für das Team Volkswagen setzte sich Erich Reichmuth hinters Steuer. Der AMAG-Techniker absolvierte die 1600 km lange Strecke im neuen e-Golf.

Besser als auf der «Grand Tour of Switzerland» kann man die Schweiz kaum erleben. Im Tessin versprüht die von Palmen gesäumte Uferpromenade des Lago Maggiore pures Ferienfeeling. Im Wallis werden spektakuläre Ausblicke auf ewiges Gletschereis geboten. Und das von Rebbergen umrahmte Heidi-Dorf in Maienfeld nimmt einen mit auf eine Zeitreise in eine friedliche Alpenwelt, die nur so vor Bündner Charme strotzt. Doch die «Grand Tour of Switzerland» bietet nicht nur Postkartenmotive en masse, sie steht neuerdings auch unter Strom – dank einem dichten Netz aus 300 Ladestationen.

Diesen Umstand zunutze gemacht hat sich die Wave Trophy, die grösste Elektro-Rallye der Welt, deren offizieller Partner Volkswagen ist. Für die Ausgabe 2017 wählte sie ihre Route entlang der «Grand Tour» und schickte im Juni 112 Elektrofahrzeuge ins 1600 Kilometer lange Rennen.
Die Helden dieses aussergewöhnlichen Wettstreits sind vorwiegend Tüftler und Pioniere mit einem ausgeprägten Umweltbewusstsein. Einige von ihnen setzen auf etablierte Automarken, andere treten in exotischen Fortbewegungsmitteln wie eRods, Johammers und Twikes an.

VW ist bei der diesjährigen Wave Trophy mit fünf e-Golf-Modellen vertreten. Woher alle angereist sind, wird bei den Verpflegungsständen schnell klar: Deutsch und Schweizerdeutsch dominieren, doch auch Wortfetzen auf Norwegisch, Rumänisch und Holländisch sind auszumachen. Der grösste leuchtende Twike-Kapitän nennt sich selber «Supercop» und trägt konsequent ein Heldenkostüm samt eingebautem Sixpack. Und diesen Anzug, so scheint es, zieht er während der achttägigen Tour auch nie aus.

Rallye als Probefahrt.

Erich Reichmuth setzt lieber auf ein Polo-Shirt anstelle eines Helden-Outfits. Er macht bereits zum zweiten Mal bei der Wave Trophy mit. «Und meine Beifahrer tausche ich jeden Tag aus», sagt der AMAG-Techniker und Service-Weltmeister. Seine Aufgabe besteht darin, Journalisten den neuen e-Golf während der Rallye vorzustellen.

Und wie kommt das Auto an? «Sie staunen über das tolle Fahrgefühl und wie effizient die Rekuperation – die Rückgewinnung der Bremsenergie – funktioniert.» Auch die gesteigerte Leistung findet Lob, denn die Motor- Power wurde um 20 PS auf 136 PS angehoben. Und dank der neuen Lithium-Ionen-Batterie hat der e-Golf nun eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern gemäss Neuem Europäischen Fahrzyklus (NEFZ).

Wir steigen in der Mitte der Rallye zu. Von Fribourg könnte man sich theoretisch auch bequem im Fondue- Zug ins Greyerzerland bringen lassen. Doch wir nähern uns der Käsehochburg im E-Auto. Vor jedem neuen Streckenabschnitt studiert Erich Reichmuth die Karte im Road Book – dort sind neben allen Treffpunkten auch Ladestationen, Hotels und die jeweiligen Programmpunkte aufgeführt. Im Fall von Gruyères heisst dies: Ein feines Znüni wartet.

Danach geht’s weiter ins Hollywood der Alpen, nach Gstaad. Modeschöpfer Valentino und Ex-Formel 1-Boss Bernie Ecclestone tragen regelmässig dazu bei, dass die Fussgängerzone zum Laufsteg der Schönen und Reichen wird. Allerdings nicht heute: Da versammeln sich die Stars des Tages auf einem Parkplatz unterhalb des Kulthotels Gstaad Palace. Alle E-Mobile sind sauber nebeneinander aufgereiht. Zahlreiche Schaulustige sehen sie sich an. Und viele davon nutzen die Möglichkeit für eine Probefahrt mit dem neuen e-Golf.

Sportlicher Erfolg zweitrangig.

Das nächste Etappenziel heisst Thun. Doch bevor sie den nächsten Streckenabschnitt in Angriff nehmen, laden viele Fahrer erst ihre Batterie. Die Stimmung ist entspannt. Man merkt, bei dieser Rallye steht eindeutig das gemütliche Zusammensein im Mittelpunkt, nicht der sportliche Wettstreit. Ausserdem soll Aufmerksamkeit für eine gute Sache generiert werden, denn Ziel der Wave Trophy ist es, die E-Mobilität zu fördern. Dass das Rennen so viel Publikum anlockt, freut einen Mann ganz besonders: Louis Palmer. Der Luzerner Lehrer legte einst den Grundstein für die Elektro- Rallye. 2007 reiste er als erster Mensch in einem selbst gebauten Solarauto einmal um die Erde.

Die 54 000 Kilometer lange Fahrt führte ihn durch Europa, den Mittleren Osten, Indien, Australien, Fernost und Nordamerika. Die Wave Trophy, erstmals 2010 durchgeführt, ist eine Folge von Palmers Weltreise. Mittlerweile hat seine Rallye Kultstatus, denn sie beweist eindrücklich, wie alltagstauglich E-Fahrzeuge sind.

Die letzte Station des Tages ist Interlaken. Das Twike des marokkanischen Superhelden und der e-Golf von AMAG-Techniker Erich Reichmuth fahren nacheinander ins Ziel ein, gefolgt von einem elektrifizierten Bulli. Erich Reichmuth zieht sein Tagesfazit: «Wir mussten nie laden. Der e-Golf hat wie erwartet ganze Arbeit geleistet.» Diese Aussage wird ein paar Tage später am Ende der Wave Trophy 2017 unterstrichen. Das Team «Frank & Frank» holt den Gesamtsieg im neuen e-Golf. Silber geht an die «eYoungsters» – ebenfalls ein Team, das die Strecke in einem elektrischen Golf gemeistert hat. Und auch Erich Reichmuth befindet sich mit dem achten Platz unter den Top 10.

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