Die «grüne Hölle» gemeistert | Volkswagen Blog

Die «grüne Hölle» gemeistert

Jul 4, 2019 | Motorsports

Als Teil des «Girls only»-Teams absolvierte die Appenzellerin Jasmin Preisig im Golf GTI TCR das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring – und liess sich auch von einem unverschuldeten Defekt nicht aufhalten.

Seit Anfang Jahr haben wir darauf gewartet und Ende Juni war es endlich so weit: das legendäre 24-Stunden-Rennen am Nürburgring stand an! Und mittendrin war unser «Girls only»-Team …
Bereits am Mittwoch gabs das erste Highlight. Vor dem 24-Stunden-Rennen fand in Adenau, einem Dorf an der Nordschleife, der Adenauer Racing Day statt. An diesem speziellen Tag schoben die Mechanikerinnen das Rennfahrzeug durch die Menschenmassen und die Fahrerinnen standen für Autogramme und Fotos zur Verfügung. Ein sehr cooles Erlebnis.

Das erste Qualifying ging am Donnerstagabend von 20.30 bis 23.30 Uhr über die Bühne. Da meine Fahrerkollegin Carrie und ich zuvor noch nie in der Nacht rennmässig unterwegs gewesen waren, nutzten wir dieses Quali vor allem als Übung und um Erfahrungen zu sammeln. Und sofort war mir klar: Wow, das ist geil im Dunkeln auf der Rennstrecke!

Ich konnte mit 9:28 Minuten auch gleich eine schnelle Zeit in den Asphalt brennen, was uns in unserer Klasse auf Position zwei bei acht Fahrzeugen brachte. Total reichte dies für Rang 65 bei 160 startenden Fahrzeugen. Das war also schon mal ganz gut. Auf das zweite Qualifying am Freitagnachmittag verzichteten wir bewusst, da wir das Auto schonen wollten – auch wenn das bedeutete, dass wir deswegen einen Platz verloren.
Am Samstag um 15.30 Uhr ging es dann endlich los: Start zum 24-Stunden-Rennen Nürburgring 2019! Ich hatte die Ehre, den ersten Stint zu fahren – es war ja schliesslich auch meine gefahrene Zeit, dank der wir auf P3 standen …

Die Einführungsrunde begann sehr langsam und ich dachte mir noch: «Hmm, so werden die Reifen aber nicht warm!» Doch nach wenigen Metern wusste ich warum: Tausende Zuschauer standen zum Teil direkt an der Strecke, «hingen» über die Leitplanken oder standen hinter dem Zaun und winkten, pfiffen oder grölten uns zu. Welch ein Hühnerhaut-Moment!

Der Start an sich verlief nicht schlecht. Ich fiel zwar einen Rang auf P4 zurück. Während der ersten zwei Runden konnte ich den verlorenen Rang aber wieder zurückerobern. Doch plötzlich der Schock: Ich bemerkte auf der Windschutzscheibe einige Tröpfchen. Es war aber kein Wasser. Kurz darauf meldete mir der Bordcomputer, dass die Wassertemperatur zu hoch sei – und schon fiel das Auto ins Notfallsystem. Ich fuhr langsam in die Box … Was war da los?

Bald war die Ursache entdeckt: Eine auf der Strecke herumliegende Schraube (wohl aufgrund eines Unfalls) hatte unseren Kühler zerstört. Danach überhitzte der Motor, die Kopfdichtung zerbarst und Öl lief auch aus. Das Ergebnis: ein kapitaler Motorschaden. Doch wir Mädels gaben nicht auf – die ganze Nacht arbeiteten unsere Mechanikerinnen wie fleissige Bienchen in der Box und wechselten den kompletten Motor.

Nach rund 14 Stunden waren wir zurück auf der Rennstrecke und sahen trotz allem nach 24 Stunden die schwarz-weiss karierte Flagge – WE DID IT! Unser «Girls only»-Team wurde zwar nicht gewertet, da wir in dieser kurzen Zeit nicht mehr 50 Prozent der vorgegebenen Runden zurücklegen konnten. Aber wir waren megahappy, doch noch das Rennen beendet zu haben und im Ziel zu sein.

Motorsportliche Grüsse
Jasmin

Eine ausführliche Reportage über das «Girls only»-Team am Nürburgring ist in der neusten Ausgabe des Volkswagen Magazins zu finden: www.volkswagen.ch/magazin

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