R ICE DRIVE IN SCHWEDEN | Volkswagen Blog

R ICE DRIVE IN SCHWEDEN

Mrz 18, 2020 | Driving Experience, Technology & Innovation

Mitten im schwedischen Nirgendwo befindet sich ein Mekka für Petrolheads. Als R-Line ist sogar der VW Passat durchaus drifttauglich.

Szenerie Arvidsjaur. Südportal zu Lappland. Rund 6000 Personen wohnen im Winter im Örtchen, dessen Gemeindegebiet die Fläche des Kantons Bern übersteigt. Die Einheimischen leben von der Rentierzucht und der Forstwirtschaft. Oder sind Gastgeber für die vielen Ingenieure grosser Automobilhersteller. Schon am kleinen Flughafen, wo ein Meer an Willkommensschildern mit Logos diverser Automarken wartet, wird das deutlich.

In der Hochsaison reiht sich auf der verschneiten Startbahn Jet an Jet. Dichtestress ist höchstens kurz vor dem Check-in ein Problem, ansonsten scheint die Welt hier noch in Ordnung. Wer mit dem Flugzeug über diesen nördlichen Teil Schwedens fliegt, der findet vor allem eines: nichts. Und doch – oder gerade deshalb – betreibt beispielsweise Volkswagen in Älvsbyn, eine Stunde entfernt von Arvidsjaur, sein konzerneigenes Erprobungsgelände.

Der Arvidsjaursjön, einer der um die 4000 im Winter durchgängig zugefrorenen Seen der Region, wird zwischen Dezember und März zur Rennstrecke mit bis zu 40 Streckenlayouts. 10.1 Quadratkilometer – das ist fast so gross wie der Hallwilersee – werden so zum persönlichen Märchenland aus Schnee und Eis. Die Pisten sind mit Räummaschinen und GPS-Unterstützung in den Schnee gefräst. Das Eis ist einen halben Meter dick, doch auch hier oben macht die Klimaerwärmung nicht halt: Die vergangenen Monate war die Durchschnittstemperatur mit 15 Grad unter null äusserst hoch.

Längerer Radstand

Die Sitz- und Lenkradheizung im Passat kommt da gerade recht. Von den verschneiten Landstrassen lässt er sich beinahe nicht aus der Ruhe bringen. Doch halt, eigentlich sind wir ja aus einem anderen Grund hier. Und überhaupt: Wieso kreuzt man in einem solchen Schlaraffenland für Petrolheads denn überhaupt mit einem Passat auf? Gibt es nicht passendere Autos der Spass-Tochter von VW? Jein, wie wir an der Driving Experience von VW R schnell eines Besseren belehrt werden. Der Passat in der R-Line sorgt gar für eine ungeahnte Überraschung. Der Hauptgrund nebst den R-Modifikationen gegenüber dem normalen Passat: Die elektronische Stabilitätskontrolle lässt sich vollständig deaktivieren. Ein Umstand, der im normalen Vertreterleben auf öffentlichen Strassen wohl nie zu Tragen kommt, für den Spass auf Eis aber fundamental ist. Und wegen des längeren Radstandes zeigt sich der Passat im Vergleich gar einfacher zu kontrollieren als der deutlich schärfere T-Roc R.

Dafür, dass auf dem gefrorenen Untergrund überhaupt schnelle Richtungsänderungen möglich sind, sorgen die 400 Spikes von zwei Millimetern Länge pro Reifen. «Mit normalen Winterreifen würde es bei höheren Geschwindigkeiten quasi nur geradeaus gehen», erklärt der Instruktor und siebenfache deutsche Rallyemeister Matthias Kahle. Doch auch so: Während die 272 Turbo-PS des Vierzylinders für anständigen Vortrieb sorgen, lässt die Verzögerung gelinde gesagt auf sich warten. Nicht wenige finden sich nach der langen Geraden, wo man locker über 120 km/h erreicht, im leichten Knick nach rechts oder spätestens in der anschliessenden, langgezogenen 180-Grad-Kurve nach links, im Schneewall. Der Airbag wurde in all den Jahren nie ausgelöst, versichern die Instruktoren. Gebrochene Frontlippen hingegen gehören zur Tagesordnung. In erster Linie sind die Angebote von Hersteller und Zulieferer ein attraktives Fahrsicherheitstraining, bei dem man sich ohne Gefahr ans Limit herantasten kann – und darüber hinaus. Wen es erwischt, den zieht ein VW Touareg aus dem Tiefschnee. Oder wie Rennfahrer zu sagen pflegen: Das Tempo war o. k., aber die Kurve war zu eng!

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